Gedenkminute zur Reichspogromnacht

Im Stillen gemeinsam gedenken

„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“
(Richard von Weizhäcker, ehemaliger Bundespräsident)

Bei den Novemberpogromen des Jahres 1938 erreichte der Antisemitismus eine neue, traurige Qualität: Um ein unmissverständliches Zeichen der Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung und ihre Kultur zu setzen, wurden in Deutschland 267 Synagogen in Brand gesetzt und die jüdische Bevölkerung zielgerichtet drangsaliert. Auch in Osthofen brannte die Synagoge in der Friedrich-Ebert-Straße, auch hier wurden in der Salzgasse, im Unteren Flutgraben, im Dorfgraben und in der Schillerstraße jüdische Wohnungen geplündert und ihre Besitzer misshandelt. Damit das Geschehene nicht abstrakt bleibt, bemühen sich die Aktiven des städtischen Arbeitskreises 9. November seit Jahren um die Aufarbeitung der Ereignisse vor Ort und geben dem Gedenken einen würdigen Rahmen. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Die heutige Gedenkveranstaltung musste im öffentlichen Raum aufgrund der aktuellen Corona-Situation abgesagt werden. In einer Minute des Schweigens können wir dennoch um 18.00 Uhr gemeinsam gedenken.