Osthofens Lage am Rande des Rheinhessischen Hügellandes, seine fruchtbaren Böden und das milde Klima haben schon vor 7.000 Jahren Menschen in der Nähe des Seebachs siedeln lassen.

Militärkarte Mühlheim und Osthofen anno 1735

Erst im Mittelalter entstanden aus vereinzelten Gehöften dörfliche Gemeinschaften, die ihre Namen aus der Perspektive des nahegelegenen Weilers Mühlheim herleiten, das an einer viel genutzten Handelsroute lag. Aus den Höfen, die man von Mühlheim aus im Osten sah, entwickelte sich das 784 erstmals im Lorscher Kodex erwähnte Dorf Osthofen (ostova).

Auszug aus dem Lorscher Kodex (784)
Auszug aus dem Lorscher Kodex (784)

Im Hoch- und Spätmittelalter sind in Osthofen mehrere Burgen, Kirchen und große Güter u.a. nachweisbar, deren Namen zum Teil bis heute erhalten sind. Ein Wirtschaftsfaktor waren schon im Mittelalter die elf Mühlen, die durch die Wasserkraft des Seebachs betrieben wurden. Die Müller waren vor allem in der frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert oftmals einflussreiche Persönlichkeiten, die wichtige kommunale Ämter besetzten und über großen Einfluss verfügten.

Der Marktflecken Osthofen gehörte seit der Mitte des 15. Jahrhunderts zur Kurpfalz. Der pfälzische Löwe ist noch heute im Stadtwappen enthalten und verweist auf diese Epoche, in der Osthofener nicht nur die Reichstage in Worms aus nächster Nähe erlebten, sondern auch die Schrecken des 30jährigen Krieges bis hin zur beinahe völligen Zerstörung im Jahre 1621, die mit einer regelrechten Entvölkerung einherging.

Erst im 18. Jahrhundert erlebte Osthofen einen ersten Aufschwung: Ein neues Rathaus wird erbaut, die Ruine des Alten Rathauses zur heutigen Kleinen Kirche umgestaltet. Die eingestürzte Bergkirche wurde erweitert und neu aufgebaut, Mühlen werden modernisiert und instand gesetzt. Um die Mitte des Jahrhunderts entstanden florierende Gasthäuser, die Gäste von nah und fern beherbergten. Im 19. Jahrhundert durchbrach Osthofen nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene die überkommenen Strukturen des Mittelalters. Die Bevölkerung wuchs innerhalb von wenigen Jahrzehnten stark an, sodass es nötig wurde, die mittelalterlichen Dorfgrenzen aufzugeben, um mehr Wohnraum zu schaffen.

Mit dem Anschluss an die Hessische Ludwigsbahn 1853 wurde in Osthofen die Industrialisierung eingeleitet und die Basis für die bis heute anhaltende Stadtentwicklung gelegt. 1970 bekam Osthofen die Stadtrechte verliehen, seit 2015 ist die Stadt Osthofen der Verwaltungssitz der neuen Verbandsgemeinde Wonnegau.

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